rohestheater Aachen
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Friedrich Schiller - „Kabale und Liebe?“
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Worte grenzen meine Welt
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Friedrich Schiller - „Kabale und Liebe?“
2019/2020
Der nackte Mensch - open source
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Friedrich Schiller - „Kabale und Liebe?“
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Der nackte Mensch - open source
„Puppen sind wir, von unbekannten Gewalten am Draht gezogen, nichts, nicht wir selbst!“
(Georg Büchner, Dantons Tod)

Das rohestheater hat sich in diesem Jahr entschieden, erneut eine Eigenproduktion zu entwickeln und sich mit ihr dem heute alles dominierenden Thema der Digitalisierung zuzuwenden. Der Titel „Der nackte Mensch – open source“ verweist auf den Hintergrund unserer Materialsuche.

Im WDR 5 habe ich im Frühjahr 2019 einen dreiteiligen Podcast des Bayrischen Rundfunks mit dem Titel „Der nackte Mensch“ gehört, der mich dazu angeregt hat, mich mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft und den aus ihr weltweit resultierenden Überwachungsoptionen durch das Preisgeben und Sammeln von Daten zu beschäftigen. Natürlich geht das Thema auch in den Deutsch- und Religionsunterricht ein, aber ein Theaterstück auf der Basis eines Podcast zu entwickeln, also eines Hörspiels mit dokumentarischem Inhalt, ist eine Herausforderung, der wir uns bisher im rohestheater so noch nicht gestellt haben. Die Autorin Christiane Miethge und der Autor Max Lebsanft haben uns liebenswürdiger Weise die Erlaubnis gegeben, ihr Material zu verwenden und zeigten sich sehr interessiert, wie das wohl mit Schüler*innen in ein Theaterstück umzusetzen sei.

„Digitalisierung“ ist das Schlagwort unserer Zeit und egal ob es als Industrie 4.0 daherkommt oder aber in der Schullandschaft das aktuelle Zauberwort der Tablet-Pädagogik ist, überall ist es präsent. Dass dies so unkritisch geschieht, veranlasst uns dazu, dass wir uns auf der Bühne damit in diesem Jahr beschäftigen möchten.

Darüber hinaus haben wir bei unserem letzten Besuch der Theaterwoche Korbach im Mai 2019 einer Gesichts- und Kopfanalyse eines Seminars zur Phrenologie beiwohnen dürfen und wurden so zufälligerweise zu spannenden Anschauungsobjekten für die Leiterin und die Teilnehmerinnen des Seminars. Das hat uns dazu veranlasst, ein Ergebnis dieser Untersuchung, nämlich die Analyse von unserer damaligen Schauspielerin Anna Hinz mit ihrem Einverständnis in unserem neuen Stück  zu verwenden, da wir eine  -so wie es in der digitalen Welt heute üblich ist- Smartphoneaufnahme zur Verfügung hatten, denn einer der Schüler hat die Analysen gefilmt. Es soll hier nicht verborgen bleiben, dass der Leiter des rohestheaters offensichtlich der Träger eines „Feudalschädels“ ist, leider wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht gefilmt, so dass tiefere Erkenntnisse diesbezüglich nicht vorliegen.

Das Bedürfnis, Menschen durchschauen und damit gefügig machen zu wollen, ist ein langgehegter Menschheitstraum, der mit der Digitalisierung jetzt erst so richtig Fahrt aufgenommen hat. Die Verfügbarkeit von so vielzählig gesammelten persönlichen Daten lassen da die „1984“ Dystopie George Orwells erblassen. Die sich gleichzeitig weltweit verbreitenden pseudodemokratischen Diktaturen, die eh schon totalitären Staaten und die konsumpredigenden mit dem NSA kooperierenden Internetgiganten haben uns immer fester im Griff und wir kommen ihnen dabei auch noch freiwillig wie Lemminge entgegen.

Das eine hat nun mit dem anderen durchaus etwas zu tun, da die Programmierung der Algorithmen durch KI natürlich auf Vorstellungen und Vorurteilen der Programmierer (lnnen?) beruhen. Und da das dann so elegant technisch daherkommt, glauben wir ihnen auch noch und halten die Ergebnisse der Daten sammelnden Rechner und die von ihnen erstellte Aus- und Errechenbarkeit des Menschen für „objektiv“.

Hier setzt unser Theaterstück an, unterfüttert mit literarischen Versatzstücken und Songs haben wir versucht ein Potpourri von Szenen zu entwickeln, die das Publikum vor die Herausforderung stellt, sich beim Zuschauen  (s)einen roten Faden zu suchen. Viel Vergnügen!

Eckhard Debour

Schauspieler:
Oskar Bürschgens, Can Caglayankaya, Matthias Dötsch, Helmuth Feide, Clara Funke, Jana Ganser, Johannes Hahn, Marc Hautermanns, Maximilian Herzog, Amin Husein, Damoon Jafari, Jonas Kersting, Marc Kösch, Fernando Korinth, Lars Kranz, Lennard Meininghaus, Tabea Pelzer, Lisa Reß, Lukas Reiners, Leander Rosner, Leon Schönfeld, Kevin Smolarelz,  Elisabeth Lorent, Salar Jafari, Alva Lafeld

Leitung der Technik:
Michael Kempkes, Jens Richardt, Wilfried Schumacher

Bühne & Technik:
Paul Benning, David Bonk, Florian Büttgen, Vincent Haaß, Maximilian Hofert, Bronté Hoge, Simon Klinkenberg, Manuel Lennartz, Nils Maier, Marco Meuser, Luca Plum, Vincent Rohnen, Daniel Windeck, Peter Winden

Textkonzeption und Idee:
Eckhard Debour und die Gruppe

Regie:
Patrick Achtelik, Eckhard Debour, Sabine Fongar

Co-Regie:
Franziska Bergrath,Till Gutmann, Jost Köbernik

Organisation:
Bronté Hoge, Tabea Pelzer

Fotos/Video:
Wilfried Schumacher

Kostüm:
Ulrike Gutmann

Plakat:
Anna Hinz, Wilfried Schumacher

Programmheft:
Lukas Friese